Bild oben: wie gut, dass ich wenigstens mein Smartphone dabei hatte. Sonst wäre mir dieses Motiv der Spiegelung entgangen.
Kann man wirklich alles mit dem Smartphone fotografieren?
Oder braucht es doch die digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit dem ganzen Zubehör? Eine Frage, die mich immer wieder begleitet – und die ich gerne ein wenig provozierend beantworte: es kommt darauf an!
Spätsommer im Kurpark
Ein Hochzeitspaar posiert im Gegenlicht, ein Mann fotografiert das Brautpaar im Ambiente des Parks mit dem Smartphone. Weitere Gäste zücken ihre Telefone und nehmen ihre persönliche Erinnerung auf. Ist es ein bestellter Fotograf mit Smartphone, kann das funktionieren?
Vielleicht, als Momentaufnahme bei gutem Licht. – Aber mit Gegenlicht, die kleine Linse mit dem Glasdeckel des Objektiv und ohne Gegenlichtblende: subtile Lichtstimmungen, Atmosphären – das ist knifflig!
Ich selbst nutze das Smartphone, wenn ich sonst nichts dabei habe, oder um einen Ort auszukundschaften, ohne jedesmal den schweren Fotorucksack zu schleppen. Sie wissen ja:
Die beste Kamera ist die, die ich dabei habe
Mal ehrlich, meine Smartphone-Fotografie hat inzwischen eine eigene Signatur – häufig findet sich mein Finger vor der Linse, also oben links oder rechts im Bild. 😉 Ein kleines Markenzeichen sozusagen.
Das kann mir mit „schwerem Gerät“ natürlich nicht passieren. 👍

Am Freitag ging es nach Hannover
Wir parkten am Stadion und spazierten durch den Maschseepark. Es war noch frisch, doch jetzt gegen Mittag drängte sich die Sonne durch die Wolken. Nach der nächsten Biegung waren wir schlichtweg geflasht: das Licht, die Stimmung, ein Motiv, das mich sofort anzog. Ich suchte meinen perfekten Blickwinkel, um die Szene mit dem Smartphone einzurahmen. Eine Frau stand bereits dort, ebenfalls fotografierend. Sie tat genau das Richtige: sie hielt ihren Moment fest, zog sich zurück und genoss die Lichtstimmung, so lange sie anhielt.
Perfektes Licht einrahmen – das funktioniert auch mit dem Handy.

Noch eine Gelegenheit
Fast täglich gehe ich durch den Pyrmonter Kurpark, Ende Oktober besonders gerne. Ich kenne jeden Weg, jeden Baum, und nehme die Kamera nur zu besonderen Gelegenheiten mit – Eis, Nebel, Sonne, oder wenn die Enkelkinder zu Besuch sind.
Heute war es zunächst bedeckt, ein leichter gleichmäßiger Dunst lag im Tal. Das lässt Fotos eher flach wirken. Doch welche Überraschung:
auf dem Rückweg bahnte sich dann die Sonne ihren Weg. Dunkle Wolken, blau durchblitzender Himmel, goldgelbes in orange changierendes Herbstlaub, ein majestätischer Baum spannte sich geschwungen ins Bild. Ich suchte meinen idealen Blickwinkel, die Sonne im Rücken und wurde mit einem lebendig strahlenden Herbstmotiv belohnt. Und das mit dem Smartphone!

Fazit für heute
Es geht nicht (immer) um die Kamera. Es geht um den Blick, den Moment, die Entscheidung, was man festhalten möchte. Manchmal reicht das Smartphone völlig aus, um Geschichten zu erzählen, Atmosphäre einzufangen und Freude am Fotografieren zu haben.
Und manchmal – naja, dann ist die DSLR Systemkamera mit den unterschiedlichen Objektiven einfach der bessere Partner für die Geschichte, die man erzählen will.
Heutige Smartphones und Systemkameras arbeiten mit faszinierenden hoch entwickelten Technologien. Gleichzeitig gibt es physikalische Unterschied wie z.B. die Sensorgröße die sich auf die Möglichkeiten der Bildgestaltung auswirken.
Doch dazu mehr in einem nächsten Beitrag.

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